Tessiner Sanddünen

Die Wüste kommt zu uns

Die Saison ist gestartet! Für einmal mussten wir nicht in den Süden, der Süden kam zu uns.

In Form von kleinsten Staubpartikeln flog uns Afrika dieses Jahr in zwei Schüben entgegen. Diese Partikel, auch bekannt unter dem Namen Aerosole, lagerten sich über die mit Meterhohen Schneewehen bedeckten Hänge und färbten diese bräunlich-gelb.

Diese Mineralstaubpartikel werden in der Sahara bei starker thermischer Erwärmung des Bodens aufgewirbelt und bis in Höhen von 5000 Meter getragen. Anschliessend werden sie, bei passender Höhenströmung, weit verfrachtet. Dieses Jahr schon zweimal bis nach Europa. Noch weiter reisen die Partikel regelmässig in der Passatströmung von Ost nach West, quer über den Atlantik bis in das Amazonasbecken. Mit seinem hohen Calcium- und Magnesiumanteil dient  der Staub als wichtiger Dünger des Südamerikanischen Regenwaldes. 

Die gelbe Färbung der Atmosphäre verdanken wir dem Eisengehalt der Partikel. Bei Niederschlägen können die Partikel rostbraune Ablagerungen hinterlassen, wie man auf den Fotos aus dem Vall Bedretto schön sieht. Fallen die Niederschläge in flüssiger Form, hat man das Phänomen früher auch als Blutregen bezeichnet.

Auf jeden Fall ein Naturschauspiel, das sich lohnt auch aus der Vogelperspektive zu betrachten. Am besten zusammen mit den tessiner Adlern!