Advance Strapless 4
Der ultralight mountaineer schlechthin im Test
Federleicht, klein zu packen, qualitativ hochwertig und jetzt auch mit aufblasbarem Protektor.
Nach 3 Jahren und häufigem Gebrauch hat mein altes Gurtzeug mit aufblasbarem Protektor definitiv ausgedient. Die Suche nach einem Nachfolger beginnt. Welche Alternativen gibt es auf dem Markt die klein, leicht und vor allem mit einem (optionalen) aufblasbaren Protektor ausgestattet sind?
Prompt kommt die Antwort von Advance mit dem neuen Strapless 4. Das Leichtgurtzeug überzeugt auf den ersten Blick. Und nach ebenso nach dem ersten Flug. Wer hier einen Langzeittestbericht sucht, muss sich noch ein wenig gedulden. Für einen ersten Eindruck reicht es aber durchaus.
Unboxing
Das Set kommt in zwei kleinen Packbeuteln (oder eher Beutelchen). Schon hier fällt auf, wie klein und leicht es ist. Bei Version 4 des Gurtzeugs zeigt sich, dass es – abgesehen vom Protektor – keine Weltneuheit ist. Es ist eine Weiterentwicklung des Vorgängers mit liebe zu den kleinen und feinen Details.
Der Protektor
Der Protektor ist Federleicht und mit dem mitgelieferten Flowbag im Nu aufgeblasen. Der Lufteinlass wird mit einer Klemme verschlossen, ein Rückschlagventil wäre im Handling einfacher, aber es funktioniert allemal. Wer es genau wissen will, kann hier nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=-JsVGSlXEcE
In der Luft
Der Start auf dem Montalin mit knackigem Wind und einer 15-minütigen Soaring Session lassen mich staunen. Ein bisschen die Beine zu heben reicht, um ins Gurtzeug zu flutschen, ohne mich irgendwie noch "manuell" einrichten zu müssen. Gegenüber der Konkurrenz sitzt man ziemlich aufrecht. Für den Flug mit schweren Rucksack macht das für mich aber durchaus Sinn und ist auch so bequem. Ich fühle mich rundherum gut abgestützt und die 15 Minuten werden nicht zum Krafttraining. Den Distanzversteller habe ich so belassen wie ausgeliefert. Sprich, die Beine sind eher nahe beieinander. Auf Gewichtsverlagerung reagiert das Gurtzeug ganz angenehm und ohne das Gefühl zu haben, dass man plötzlich auf die Seite kippt. Barrel-Rolls sind mit einem Miniwing und dieser Bein Einstellung auch machbar.
Der Beschleuniger kann vor dem Start mit einem kleinen Klettverschluss zwischen den Beinen befestigt werden, sodass dieser beim Start sicher verstaut ist. Die zwei Stufen und die Gleitringe lassen müheloses Beschleunigen zu.
Fazit und Eignung
Wer bei diesem Gurtzeug eine fliegende Couch erwartet, ist definitiv auf dem Holzweg. Schliesslich ist es, wie auch von Advance vermarktet, ein "Ultralight Mountaineer" und wer ultraleichtes Material will, muss auch gewisse Komfortkompromisse eingehen. Das Strapless 4 ist aber trotzdem überraschend bequem und ich könnte mir vorstellen auch längere Soaring Sessions mit diesem Gurtzeug zu machen.
Das Gurtzeug alleine ist extrem leicht (320g mit Karabinern und Beschleuniger) und super klein zu packen. Der Protektor ist gerade mal 220g schwer. Alles in allem ist es also nur 550g schwer und passt in jeden Rucksack. Wer bis heute aus Gewichts- und Platzgründen ohne Protektor rumfliegt, hat mit dem Strapless 4 keine Ausrede mehr. Wer es aber doch unbedingt mal noch kleiner und leichter haben muss, kann sich zwei Minuten Zeit nehmen und den Protektor einfach schnell entfernen.